Braunkohlengeschichte

 

 

 

Der Braunkohlenbergbau hat unsere Region wie kein anderer Industriezweig geprägt.

Die Braunkohle, vorrangig Briketts, war der wichtigste Energieträger.

Die ersten urkundlichen Nachweise des Braunkohlenbergbaues im Mitteldeutschen Raum liegen spätestens

im 17. Jahrhundert (Meuselwitz 1671) 1672 findet der Altenburger Stadtphysikus

Dr. Mattias Zacharias Pilling nordwestlich von Rositz „brennende Erde“.

Zwischen 1871 und 1881 wurden im Meuselwitz – Rositzer Revier 13

Aktiengesellschaften gegründet. Eine der ersten Brikettpressen arbeitete

bereits 1873 in der Grube Germania in Gorma. Der im Raum Altenburg ab Mitte des

19.Jahrhundert betriebene Braunkohlentiefbau beeinflusst auch heute noch unsere Region.

Nachgewiesen wurden 42 Altschächte. Die Schächte befinden sich in

der Übergangszone der Leipziger Tieflandbucht und dem Altenburger Lößhü

gelland , der Lößrandstufe. Die höchste Erhebung befindet sich nördlich

der Lage  Altpoderschau und westlich des ehemaligen Tagebaues Zechau 

(ehemals Tiefbau Großröda „Eugenschacht“. Gegenstand des untertä

gigen  Abbau der Braunkohle war das Thüringer Hauptflöz mit einer

durchschnittlichen Mächtigkeit von ca. 10 bis 15 m. In den Braunkohlentiefbauen wurde

die Kohle des Hauptflözes in 1 bis 4 Sohlen von oben nach unten im Pfeilerbruchbau bei

Abbauhöhen von 4 bis 6 m gewonnen.Die Erschließung der Abbaufelder erfolgte

vorrangig über Schächte, die der Förderung, Bewetterung, Wasserhebung und Fahrung

dienten. Zur Aus- und Vorrichtung des Abbaues wurden Haupt- und miteinander Wetterstrecken,

die in regelmäßigen Abständen von ca. 50 m durch Querstrecken verbunden

waren, bis zur Feldgrenze Vorgetrieben. Den Kohletransport untertage dienten Hauptstrecken.

Zur Fortbewegung der Förderwagen benutzte man Ketten- bzw. Seilbahnen.

Im Meuselwitzer Revier war das Braunkohlenflöz bereits im vorigen Jahrhundert

Gegenstand eines intensiven bergmännischen Abbaues im Tiefbaubetrieb. Das Hauptflöz

betrug 22 m, das Deckgebirge ca. 40 bis 55 m. Südlich von Meuselwitz, auf den Fluren

von Altpoderschau, liegt die Grube 104, die als „Ernstschacht“ im Jahre 1872

bergbehördlich angemeldet wurde. Hier wurde eine komplette Schachtanlage,

einschließlich Brikettfabrik und Gleisanschlüsse errichtet.

Im Bereich der Altenburger Kohlenwerke liegen 48 Tagesschächte. Das Gebiet der

Altenburger Kohlenwerke befindet sich in der Übergangszone zwischen dem Flachland der

Leipziger Tieflandsbucht und dem Altenburger Lößhügelland. Die höchste

Erhebung findet man nördlich der ehemaligen Vorwärtsschachtanlage und der

Ortslage Molbitz. Hier war das Kohleflöz in einer Tiefe von ca. 20 bis 30 m zu finden

und mit einer Mächtigkeit von 5 bis 12 m ausgebildet. Der Braunkohlenabbau begann

vermutlich nach dem Abteufen des ersten Schachtes bei Untermolbitz im Jahre 1868.

Das Ende des Abbaues wurde mit 1959 angegeben. Hier erfolgte der Abbau von oben nach

unten im Pfeilerbruchbau, je nach Mächtigkeit des Flözes, in 1 bis 3 Scheiben.

1955 wurde der letzte Schacht in diesem Gebiet geteuft.